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Einladung zum offenen Urheberrechtsdialog in Wien – Dienstag, 11. Dezember 2012

Am 11. Dezember 2012 wird im Bundesministerium für Justiz über eine dringend notwendige Reform des aktuell gültigen Urheberrechts diskutiert. Das Thema ist äußerst komplex und vielschichtig. Es beschäftigt Konsumenten, Künstler, Industrievertreter, Juristen und Politiker. Einfache Antworten kann und wird es nicht geben. Wenn die Antworten nur mit einem Teil der Stakeholder gesucht werden, wird das Ergebnis mit Sicherheit nicht zufriedenstellend sein. Genau das wird aber am Dienstag passieren. Ein Blick auf die Liste der vom Justizministerium eingeladenen Personen genügt, um festzustellen, dass diejenigen in der Überzahl sind, die alte Geschäfts- und Denkmodelle für die Zukunft zementieren wollen und dabei auch die Privatsphäre der Endanwender aufs Spiel setzen.

Es beschäftigen sich viele Organisationen mit der Thematik. Einige davon können auf finanzielle und organisatorische Ressourcen zugreifen, die anderen fehlen. Mit Urheberrechtsdialog.at wollen wir eine Plattform für alle schaffen, die bislang zu wenig gehört werden.

Zum Start laden wir am Dienstag zu zwei Veranstaltungen ums Eck vom Justizministerium
im Depot in Wien (Breitegasse 3):

15.00–18.00 Audienzen

Wir geben allen Ungehörten die Gelegenheit für eine Audienz mit der virtuellen Repräsentanz von Frau Bundesministerin Beatrix Karl.Wir freuen uns über dein Statement oder deine Performance rund um die Fragen:
Wie würdest du dir das Urheberrecht der Zukunft vorstellen?
Welche Themen kommen in der Debatte derzeit zu kurz?
Wer wird nicht angehört?

Diese Audienzen werden aufgezeichnet, als Videos auf der Website veröffentlicht und tags darauf dem Ministerium übergeben. Wer also zusätzliche Argumente in die Diskussion einbringen möchte, hat am Dienstag die Gelegenheit dazu.

18.30 Podiumsdiskussion

Diese Diskussion soll eine Art Gegengipfel darstellen, der sich an der Agenda orientiert, die am selben Tag im Ministerium zur Debatte steht. Die Ergebnisse werden wir auf der Website veröffentlichen und natürlich auch dem Ministerium übermitteln. Wir werden am Dienstag sicherlich zu keinem Ergebnis kommen, aber wir werden aufzeigen, worauf bei einer Reform des Urheberrechts geachtet werden muss.

Podiumsteilnehmer:
Bruno Kramm / Piratenpartei Deutschland
Joachim Losehand / VIBE!AT
Markus Stoff / Initiative für Netzfreiheit
Michel Reimon / Grüne (to be confirmed)
Elisabeth Hakel / SPÖ
weitere angefragt

Moderation: Ingrid Brodnig / Falter
Grußworte: Werner Reiter / Piratenpartei Österreichs

Gäste herzlich willkommen!

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Kommentare

Ein Kommentar zu Einladung zum offenen Urheberrechtsdialog in Wien – Dienstag, 11. Dezember 2012

  1. Dieter meinte am

    Urheberrecht, Patent, Gebrauchs- und GeschmacksMuster sind verschiedene Auswüchse derselben Sache: ein Regent (König, Kaiser) verleiht einem Günstling Exklusivität und niemand Anderer (als der Günstling) darf mitmischen.

    Soweit der geschichtliche Aspekt, wie das entstand. Heute sind
    * Urheberrechte nur mehr für eine sehr kleine Gruppe von Abkassierern interessant (Musik”industrie” der Hits und Pops), denn die Anderen kassieren vergleichsweise kaum etwas.
    * Patente zählen in der Technik kaum mehr, weil (Intel fragen) praktisch nur mehr Tempo der NeuEntwicklung zählt. (wo sich das verlangsamt, sind es wieder nur ein paar Abkassierer a la Musik”industrie” etc.etc.) und
    * Muster sind reine Bezahlsache, es zählt nicht mehr was neu ist sondern nur wer die Flasche zuerst angemeldet hat (und genug zahlt)

    UND VOR ALLEM: wo mehrere Menschen (momentan 8 mrd) dasselbe Problem haben, finden zumindest Etliche von ihnen dieselbe (oder eine ähnliche) Lösung. DOPPELERFINDUNGEN sind in den seltensten Fällen “abgeschaut” von “einem” Erfinder. (sondern haben sich in Eriwan genauso wie in Dayton oder sonstwo entwickelt)
    Beispiel Motorflug:
    dass die Gebrüder Wright “den 1.Motorflug” schafften, wird (seriös) als “zweifelhaft” bezeichnet,
    http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Wright#Priorit.C3.A4tsanspruch_auf_den_ersten_Motorflug
    und die in Wikipedia Genannten haben ihren Propeller allesamt der SchiffsSchraube von Ressel abgeschaut:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Ressel
    (der sie wiederum von Archimedes hat)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Archimedische_Schraube
    (nur weil ein Propeller 3 Teilstücke der Archimedischen Schnecke verwendet, ist die Funktion noch lang keine Andere …)

    Logische Folge wäre also “weg mit Urheberrecht” ABER das lähmt jede Entwicklungsfreude in der Welt (was ja an sich noch nicht negativ wäre: dann wird die Welt eben weniger vehement KAPUTT”gewirtschaftet”) und auch die Verbesserung von Wirkungsgraden (Verkleinerung der Klima-, Umwelt- und RessourcenSchäden) wird dann voraussichtlich lahmen.

    D.h. ohne BGE (aufgrund dessen zumindest eine Basisfreiheit besteht, Musik zu machen die einen freut, oder Propellerflieger zu entwickeln wie Wright und seine Zeitgenossen) bringt ein ersatzloser Wegfall des Urheberrechts wenig bis nichts, ausser einem Versumpfen der Kreativität:
    Wie soll jemand kreativ sein, dem LohnPrekariat (wie seit 30 Jahren “normal”) als existenz”notwendig” aufgezwungen wird ??? (deshalb nein zu Zwangsarbeit und Arbeitszwang, ja zu BGE und Freiheit)

    Deshalb (meine persönliche) Schlussfolgerung: Urheberrecht (die gewohnten 70 Jahre) für Verkaufsmedien im Fachgeschäft (denn Verkauf von Raubkopien im Shop ist so gut wie immer schlechte Qualität, also Betrug am Kunden UND am Musiker oder Filmproduzenten)
    ——————————————————————————————————
    ABER ausschliesslich freiwillige Bezahlung im freien Medium (Internet)
    ——————————————————————————————————
    … denn nicht zuletzt wollen Viele nach dem verwackelten Gratisdownload den “richtigen” Film ohnehin kaufen …

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