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Piraten fordern uneingeschränkten Schutz von Patientendaten

Nachdem bekannt wurde, dass auch österreichische Ärzte Patientendaten an den US-amerikanischen Konzern IMS Health weitergeben, sehen sich die Piraten in ihrer Skepsis gegenüber dem Umgang mit Datenschutz im österreichischen Gesundheitswesen bestätigt. „Generell fordern wir ein Verbot der Weitergabe von Patientendaten auch in anonymisierter Form, besonders wenn infolgedessen gesammelte Patientenprofile erstellt und verkauft werden, so wie das in diesem Fall geschehen ist“, erklärt Bernhard Hayden, Netzpolitik-Sprecher und Nationalratskandidat der Piratenpartei.

Auch dass die Daten im Gegensatz zu Deutschland direkt von den Ärzten und nicht von einer zentralen Stelle weitergeben werden, lässt gravierende Datenschutzprobleme vermuten: „Eine Vielzahl an Ärzten wird sich nicht näher mit dem Datenschutz beschäftigt haben, geschweige denn mit dem genauen Ablauf der Anonymisierung, Verschlüsselung und Übertragung. Bei personenbezogenen Daten darf nicht einfach auf die Sicherheit vertraut werden!“, so Hayden. Auch die Weitergabe der Daten an einen Drittanbieter zum Zweck der Verschlüsselung ist völlig inakzeptabel und zeigt wie wenig Verständnis für das Problem vorhanden ist.

In diesem Zusammenhang warnen die Piraten einmal mehr vor der Einführung der elektronische Gesundheitsakte (ELGA). Der Datenschutz muss hier in einer Form umgesetzt werden, die auch einen unrechtmäßigen Zugriff durch den Staat, Krankenhäuser oder Ärzte durch den Einsatz kryptografischer Mittel technisch unmöglich macht.


Kommentare

3 Kommentare zu Piraten fordern uneingeschränkten Schutz von Patientendaten

  1. Cornelius meinte am

    Datengier kann nicht nur mit Verbot gemildert werden, da muss schon auch Ursachenbekämpfung stattfinden: wer (zb zwecks BIP Steigerungen) das Gewinnemachen OHNE Bedingungen forciert, wie das von Jean Ziegler treffend als Raubtierkapitalismus bezeichnet wird
    – hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun, obwohl es sich ebenfalls “Markt”wirtschaft” nennt —
    der darf sich nicht wundern, wenn immer neue Verrenkungen (nicht nur aber AUCH nach Daten zum besseren Erreichen von “Zielgruppen” aller Art) veranstaltet werden, um das zu bewerkstelligen.
    .
    Piraten treten für Marktwirtschaft ein, als Instrument aber nicht als Raubtierkapitalismus.
    https://forum.piratenpartei.at/thread-7580-post-67828.html#pid67828

  2. Gast meinte am

    (Frage an Mario Wieser)
    Wie stehen Sie zu den heutigen Prohibitionsformen:
    Prohibition im Konsum (Alkohol, Cannabis, Nikotin)
    Prohibition im Verkehr (Radfahrverbote, Führerscheine für Mopeds, Parkverbote für Autos)
    Prohibition im Sozialwesen (Angriffe auf Mindestsicherung, Überstundengeld “12-Std-Flexibilo”, Hinaufverteilung durch “Steuer”senkungen”)
    Prohibition gegen Demokratie (Datenvorratsspeicherungen, “Anti”Terror”Schikanen, Legalbespitzelungen)
    ?

  3. Whiz Kid meinte am

    schon mal ueberlegt?wer soll denn den aerzte- und elga-sch**** checken?ab 01.01.2014 gibt es eine neue datenschutz-kontrollstelle.angeblich zu 100% unabhaengig (rotfll!)aber bis heute gibt es keinen chef dafuer.nicht einmal eine suche nach dem chef (aka ‘ausschreibung’).wurde da schon ein schmutziger polit-deal gemacht?oder sind sich die dealer von sp und vp nicht einig geworden?waere das nicht ein thema fuer ein paar oeffentliche fragen an ‘werner spindelegger’? grreetz! wk

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